tim schneider aka tmschndr


27-jährig, Kölner, Railslover, Apple Fanboy.

fifteen minutes with twhirl

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Tja, was soll ich sagen? Ich mag twhirl leider immer noch nicht. Ich mag aber in erster Linie AIR nicht, twhirl hat’s also per se nicht einfach mit mir.

Das Programm mag noch so tolle Funktionen haben, es fühlt sich einfach nicht an wie ein Mac-Programm sich meiner Meinung nach anfühlen muss; und das genügt mir es nicht weiter nutzen zu wollen.
So sieht das Interface nicht nur völlig anders aus, als die übrigen Cocoa-Programme und lässt daher bekannte Interaktionselemente vermissen, es fehlen dadurch auch deren bekannte Verhaltensweisen und Benutzungskonzepte: Der Stream scrollt in einer anderen Geschwindigkeit als Listen in anderen Programmen, in Dropdown-Menüs kann ein Eintrag nicht ausgewählt werden, indem man seine Bezeichnung auf der Tastatur tippt, ab und zu flackert etwas, usw. Aber wie gesagt, daran ist allein AIR schuld und das kommt gerade bei mir User Experience Evangelist gar nicht an.

Was mir an twhirl (im Gegensatz zum aktuellen Twitterrific) gefällt, ist die Möglichkeit mehrere Accounts zu verwalten. Jedoch finde ich die Umsetzung mit zwei Fenstern nicht perfekt. Eine Alternative mit nur einem Fenster und einem Dropdown-Menü zum wechseln der Accounts würde ich eher nutzen. Weiterhin überforderte mich in meinem Testlauf die Fülle an Buttons. Oben drei, unten vier und weitere zwei und schließlich links unten noch einer, puh.. 10 Chunks. Da können sie noch so selbsterklärend gestaltet werden, es sind einfach viele visuelle Reize zu deren Unterscheidung cognitive workload gefordert wird. Der Lernaufwand ist mir zu hoch. Als Vergleich: Twitterrific besitzt (bei nicht viel weniger Funktionalität) genau drei Buttons, die übersichtlich an einer Position angebracht sind. Der Rest lässt sich hier, wie ich finde, sehr effizient über Shortcuts steuern.

Weiterhin überzeugt mich die Gestaltung des Streams nicht. Dieser enthält mir zuviele Informationen, nämlich die Timestamps und Quellen der Tweets. Meistens sind die Tweets, die ich lese, nur Sekunden alt. Auch die Quelle (Client oder Web) finde ich völlig uninteressant, so dass diese Infos mir irrelevant erscheinen und dem Gebot der Simplicity folgend wenigstens die Möglichkeit bestehen sollte, sie zu deaktivieren.

Nach 15 Minuten Hands On hinterlässt das neue twhirl auf diese Weise einen zwiegespaltenen Eindruck: Das verwalten mehrerer Accounts und die Filter sind schöne Funktionen, doch kann das Programm diese nicht elegant einbetten, sondern scheint mir etwas an Überfrachtung zu leiden. Wahrscheinlich leidet es jedoch nur an den Grenzen der AIR-Umgebung.